5. DM MTB-Enduro 2018 in Breitenbrunn

Text Maria Rank Bild Vogtland Bike e.V./Manuel Rohne
Event

5. Deutsche Meisterschaft MTB-Enduro 2018 in Breitenbrunn

Die 5. Deutsche Meisterschaft MTB-Enduro 2018 wurde am 12. August im TrailCenter Rabenberg in Breitenbrunn im Erzgebirge ausgetragen. Nach 2014 und 2016 war der Vogtland Bike e.V. erneut Ausrichter der nationalen Titelkämpfe. Als Co-Ausrichter und Austragungsort stand das TrailCenter Rabenberg zur Seite. Um die Meistertitel wurde in den Kategorien Elite Men, Elite Women und erstmals auch in den Klassen Pro Junior sowie Pro Masters gefahren. Das Rennen war für Lizenz- und Hobbyfahrer offen. Grundsätzlich sind aber nur Starter mit deutscher Nationalität sowie im Besitz einer deutschen Lizenz für die Wertung zur „Deutschen Meisterschaft MTB-Enduro 2018“ zugelassen. Hobbyfahrer ohne Rennlizenz werden in den Klassen Open Women, Open Junior und Open Masters gewertet. Für diese Teilnehmer wurden inoffizielle deutsche Meisterschaften als „Internationaler Deutschlandpokal 2018“ ausgefahren. Die kleinsten Teilnehmer maßen ihre Kräfte beim Enduro KidsRace, das am Samstag Nachmittag am Pumptrack des Geländes stattfand.

 

 
 

Mit dem Prolog begann am Samstag Abend für die Elite Fahrer die Deutsche Meisterschaft.

Prolog und fünf Wertungsprüfungen addieren sich bei der Elite zur Gesamtzeit

Eröffnet wurde das Rennen am Samstag Abend mit einem Prolog, den mit Raphaela Richter, Christian Textor, Benjamin Herold und Tom Hoinkis die späteren Titelträger für sich entschieden. Nach weiteren fünf Wertungsprüfungen am Sonntag, bei denen die Sportler rund 28 km und 800 Höhenmeter zurückzulegen hatten, standen die Deutschen Meister 2018 im MTB-Enduro fest. Raphaele Richter musste sich auf keiner der 5 Stages ihren Verfolgerinnen Sofia Wiedenroth (Platz 2) und Veronika Büchele (Platz 3) geschlagen geben und konnte somit den Titel zum dritten Mal in Empfang nehmen. Auch der Sieger der Herren Christian Textor, der sich zum zweiten Mal den deutschen Meistertitel erkämpfte, konnte jede Stage für sich entscheiden und verwies Leonhard Putzenlechner auf Platz 2 und Fabian Heim auf Platz 3. Das Treppchen bei den Pro Junioren wurde hinter Tom Hoinkis (Platz 1) durch Laurin Voth (Platz 2) und Tim Peschke (Platz 3) komplettiert. Der Sieger Benjamin Herold bei den Pro Masters wurde durch Adrian Vesenbeck zu seiner Rechten (Platz 2) und André Kleindienst zu seiner Linken (Platz 3) eingerahmt.

Wurzelpassagen im TrailCenter Rabenberg wechseln sich mit weichem Waldboden ab.

Internationaler Deutschlandpokal 2018 – die Wertung für Hobbyfahrer

Fahrer ohne Lizenz dürfen sich nicht mit einem offiziellen Deutschen Meistertitel schmücken, aber hier freuten sich Maria Rank (Platz 1), Stefanie Rickfelder (Platz 2) sowie Sara Rosenbaum (Platz 3) sichtlich über ihre Platzierungen. Bei den Open Junioren standen Lauritz Herrmann (Platz 1), Tristan Bulant (Platz 2) und Valentin Siegl (Platz 3) auf dem Treppchen und das Podium bei den Open Masters war mit Tobias Mittelbach (Platz 1), gefolgt von Wilfred Van de Haterd (Platz 2) und André Schubert (Platz 3) gefüllt. Die Hobbyfahrer hatten die gleichen Strecken wie die Elite-Fahrer zu bewältigen, allerdings brauchten sie keinen Prolog am Samstag Abend zu absolvieren.

Im Rahmen des Enduro KidsRace erziehlten die Nachwuchs-Racer folgende Ergebnisse:
U11: Jonatan Köhler (Platz 1), Kilian Van de Haterd (Platz 2), Lenny Datemasch (Platz 3)
U13: Lasse Hirsch (Platz 1), Emil Keßler (Platz 2), Lars Lewandrowski (Platz 3)
U13f: Mia Kropfgans (Platz 1)
U15: Peat Weinberg (Platz 1), Max Vogel (Platz 2), Carlo Kuchenbecker (Platz 3)

Facts zu den Stages

Prolog 980 m, 49 Tiefenmeter
Stage 1 1,6 km, 115 Tiefenmeter
Stage 2 740 m, 48 Tiefenemeter
Stage 3 1,2 km, 89 Tiefenmetern
Stage 4 1,7 km, 160 Tiefenmeter
Stage 5 2,1 km, 215 Tiefenmeter
Transfers 16,5 km, 730 Höhenmeter

Die insgesamt rund 300 Starter fanden an dem mittleren August-Wochenende beste Wettkampfbedingungen vor: trockene Streckenverhältnisse, strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und eine reibungslose Organisation. Besonders wurden die vielen neuen Streckenabschnitte, die einen fairen Vergleich der Teilnehmer zuließen, von den Fahrern hervorgehoben und gelobt. Denn egal ob Lokalmatador oder TrailCenter-Neuling, jeder Teilnehmer hatte am Samstag zwischen 10 und 17 Uhr erstmalig die Möglichkeit zum offiziellen Training der abgesteckten Strecken. Einen Wettbewerbsvorteil für Fahrer aus der Umgebung bzw. für Fahrer, die schon öfters ins Breitenbrunn waren, gab es daher nicht. Genau aus diesem Grund wurden die modifizierten Strecken so gut angenommen und sogar von ‚Texi‘, dem Sieger Elite Men, in einem Statement auf dem Siegerpodest angesprochen.

Die neu abgesteckten Stages wurden von den Fahrern sehr positiv bewertet.

Ausdauer nicht nur bei den Teilnehmern gefragt, auch die Veranstalter brauchen einen langen Atem

Denn diese mussten vehement für diese fairen Wettbewerbsstrecken kämpfen. Der Forst war von der Idee, neue Abschnitte im Wald abzustecken, alles andere als begeistert und zeigte sich nicht sehr kooperativ. Nur der Hartnäckigkeit der Ausrichter ist es zu verdanken, dass die Teilnehmer Strecken, die „so enduro“ waren, vorfinden konnten. Ein herzliches Dankeschön für die „endurance“ der Veranstalter. Vielleicht ist es an dieser Stelle angemessen, einmal darauf hinzuweisen, welchen organisatorischen Aufwand solch ein Rennen erfordert und was die freiwilligen Helfer des Vereins bereit sind zu leisten, um eine Deutsche Meisterschaft auf die Beine zu stellen. Derrick Schönfelder, Vereinsvorsitzender Vogtland Bike e.V., erklärte, dass die Ausrichtung einer solchen Meisterschaft von der Bewerbung beim Bund Deutscher Radfahrer e. V. (BDR) bis zum Startschuss für die Sportler zwei Jahre Vorlauf in Anspruch nimmt. Die 70 Vereinsmitglieder sind gefordert, die Enduro-Wettkampfbestimmungen des BDR sowie das UCI-Enduro Reglement zu erfüllen. Aufwändige Streckengenehmigungsverfahren beim Sächsischen Forst und enttäuschende Ablehnungen tragen nicht gerade zur Motivation bei, sich dieser Herausforderung auch in den nächsten Jahren zu stellen.

"Der Forst war von der Idee, neue Abschnitte im Wald abzustecken, alles andere als begeistert und zeigte sich nicht sehr kooperativ. "

In Schöneck sei die Streckenorganisation etwas leichter gewesen, da die Streckenführung auf privatem bzw. kommunalem Gelände lag. Ich als Redakteurin und passionierte Bikerin frage mich da, warum es einem Verein, der die Mühen auf sich nimmt, eine nationale Meisterschaft auszurichten, solche Stolpersteine in den Weg gelegt werden. Denn schließlich steigert ein derartiges Event die Bekanntheit der Region, bringt den Tourismus in Schwung, und dient schlussendlich sogar noch der Gesundheit der Nation, da Bewegung an frischer Luft gefördert wird. Warum wird uns Mountainbikern so oft unterstellt, wir würden die Natur kaputt machen? Wir lieben sie doch. Und ist es für Kinder und Jugendliche nicht besser, ihre motorischen Fähigkeiten draußen auf dem Bike zu schulen als drinnen vor der Spielekonsole zu versauern? Regierungen stecken oft viel Geld in Bewegungs-Förderungsprogramme an Schulen, aber wenn draußen ein neuer Trail entstehen soll, lehnen sie den Antrag ab. Dabei sind Reifenspuren von uns Mountainbikern bei weitem nicht die dicksten, die man im Wald finden kann. Ich möchte aber nicht mit erhobenem Zeigefinger dastehen oder kritisieren, das steht mir nicht zu. Aber ich möchte die Verantwortlichen einfach einmal zum Weiterdenken anregen. Eventuell können in Zukunft Lösungen oder zumindest Kompromisse gefunden werden, mit denen alle Beteiligten zufrieden sind. Und über die Trails vom letzten Jahr ist dann längst schon wieder Gras gewachsen.

nach oben