FRYKtion – Maria fängt Bike Träume

Text & Bild Maria Frykman
Kurvenreich

Alles ist relativ

Unser Schweden Import Maria Frykman macht so machen Trail rund um Innsbruck unsicher, immer auf der Suche nach dem perfekten Flow. Mit ihrem charmanten Akzent berichtet sie über alles, was das Biker(innen)herz bewegt.

Aus der Ausgabe 03.17

Muss ein Bike Abenteuer immer um reisen zu unzugänglige Länder und Plätzen bedeuten, um dort geheime und ungewöhnliche Trails zu entdecken? Ich träume von exotischen Gipfelsonnenaufgänge, die ich mit über offene Feuer, gemachte Frühstückskaffee genieße. Ich möchte endlose Flowtrails bis zu perlweißen Sandtränden runter surfen, und dort mit die Einheimischen Kokosnussschnapps trinken und den ganzen Nacht barfuss tanzen. Doch sitze ich mit im verschneiten, kalten Innsbruck und leide momentan von Mama-Syndrome, wo Zeit, um solche Träume zu realizieren, scheint weit entfernt zu sein. Dafür gibts es bei uns momentan ständige Alltagsabenteuer. Mit zwei kleine Kinder habe ich gelernt, die kleine Sachen im Leben zu genießen und zu schätzen. Wenn die 4 ( einhalb. – “Wehe, wenn ich vergiss das halbe Jahr zu nennen!”) erstmal per Ski den Tellerlift unter lauten sang (Hauptlied von Eiskönigin: “Was anderes?”) allein schaffte oder wenn der Baby mit 2,5 Monate sich erstmal umdrehte. Das füllen meinen Endorphinvorrat auf. Meine derzeitige Bikeerlebnisse sind vielleicht keine epische Rides im fernen Land, aber alles ist relativ. Das Fahren von glitzerne, verfrostete Trails in Dezember oder Nightrides am Hausberg ganz allein, kitzelt die Abenteuernerven der Mama. Genauso wie wenn Frau nur 2 Stunden Zeit hat, der Uphill sich plötzlisch, dank E-bike, zur super lustigen Flowerlebnis gestalten und der hungrigen Stillbaby wird von ein Mama mit riesen Grinsen begrüßt. Wir müssen nur die Abenteuer erkennen, um sie zu erleben. Der Tag wird kommen wenn meine Kinder ausgefliegt und ich meine Bike Träume wahrmachen kann. Bis dann: Kopf hoch, Augen auf, weil jetzt geht unser Lebensabenteuer weiter!