Erste Hilfe auf dem Trail – Ersthelferin Bettina Raith

Text Sebastian Lehr Bild Andreas Meyer
Interview

Bikender Schutzengel

Bettina Raith hat das erlebt, wovor die Meisten wohl große Angst davor haben. Beim Biken in Leogang hat sie einen bewusstlosen Mountainbiker auf der Strecke liegen sehen. Wir haben nachgefragt, wie es ihr damit erging und was sie empfiehlt.

world of mtb Magazin: Hallo Betty, dir ist letztes Jahr auf dem Trail etwas passiert, das wir eigentlich alle vermeiden wollen: Du musstest jemanden wiederbeleben. Wie ging es dir damit?

Betty: Ich war in Leogang beim Biken, als ich auf der Strecke eine gestürzte Person liegen sah. Da ich Ersthelferin bin, habe ich natürlich sofort nachgesehen, ob ich helfen kann. Da ich auf Ansprechen und Rütteln keine Reaktion des Verunfallten bekam, habe ich mit Hilfe eines weiteren Bikers vorsichtig den Helm abgenommen. Beim Anblick der blauen Lippen und des starren Blicks war mir sofort klar, jetzt muss ich handeln! Daraufhin hat eine Art Automatismus eingesetzt und ich habe mit der Reanimation begonnen und sie fortgesetzt, bis der Notarzt eingetroffen ist.

world of mtb Magazin: Wie hast du den Moment selbst erlebt und wie bist du vorgegangen?

Betty: Mich selbst hat die ganze Situation schon ziemlich mitgenommen, erlebt man ja nicht jeden Tag. Vor allem der Umstand, dass außer mir keiner in der Lage war, Erste Hilfe zu leisten, hat mich doch ein wenig schockiert. Zum Glück haben mich die Umstehenden immerhin moralisch unterstützt und mir gut zugeredet, das hat mir genügend Kraft gegeben!

world of mtb Magazin: Wie ging das am Ende für den Verunglückten und dich aus?

Betty: Dank meines schnellen Handelns und dem Einsatz eines Defibrillators durch den Notarzt konnte der Verunglückte erfolgreich wiederbelebt werden! Dieser kleine Monitor, der wieder einen regelmäßigen Herzschlag anzeigte, war das Beste, das ich seit langem gesehen hatte.  Ich freue mich schon darauf, dieses Jahr seinen „zweiten Geburtstag“ mit ihm gemeinsam feiern zu dürfen!

world of mtb Magazin: Was empfiehlst du unseren Lesern, wenn sie in eine ähnliche Situation kommen sollten?

Betty: Ich empfehle wirklich jedem, regelmäßig einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen! Es tut nicht weh, ist in der Regel kostenlos und man kann mit so wenig doch sehr viel bewirken!!!

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