Biken in Norwegen – Outback MTB Trail

Text Saskia Bauer Bild Hans-Joachim Kleine, Marius Holler, Victor Harster, Nils Ohlsdorf und Saskia Bauer
Reise

Trail Mountainbiken in Norwegen

Oh du liebes Norwegen. Du hast uns so viel gegeben. Deine Trails, deinen Fisch, blaue Flecken, Steinpilze en masse und wunderschöne Polarlichter. Auf einem Road Trip erkunden wir das Land der Trolle und Fjorde und begeben uns mit dem Mountainbike auf malerische, karge und technisch anspruchsvolle Trails.

Aus der world of mtb Magazin N°1.18

Mit dabei in Norwegen: Vic, Nils, Marius, Hans und ich. Zusammen haben wir für den Sportograf das Mountainbike-Rennen Birkebeiner bei Lillehammer fotografiert und uns nach dem Auftrag kurzentschlossen den Firmensprinter geschnappt, um, ausgestattet mit Zelten, Kochern, Schlafsäcken, Isomatten, Essen und natürlich unseren Bikes, dieses faszinierende Norwegen mit dem Mountainbike zu entdecken.

Der augenscheinlichste Unterschied, den wir im Vergleich zu Deutschland spüren, ist das Verhältnis der Menschen zur Landesfläche. Während in Deutschland ganze 230 Menschen auf einem statistisch bewerteten Stückchen Erde leben, sind es auf derselben Fläche in Norwegen gerade mal 13. Es ist also nicht verwunderlich, dass wir auf unseren Touren und dem ein oder anderem Trail nicht sonderlich viele Leute treffen. Uns soll es recht sein, so können wir diese grandiose Natur doch viel besser für uns erleben und genießen. Schmal und wenig befahren die Straßen sind und obwohl wir uns öfter fragen, ob uns das Navi gerade wirklich richtig leitet, führen die kilometerlangen Schotterpisten immer an unser Ziel. Ständig stoppen wir, weil wir nicht vom beeindruckenden Panorama ablassen können und Hans und ich Pilze sammeln, die wir später genüsslich am Lagerfeuer brutzelen können.

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Polarlichter spannend sich über dem Schlafplatz

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Norwegen, das heißt der Trail verläuft in unberührter Natur

Wie ist denn nun das Biken in Norwegen?

Kurz gesagt: Genial! Einsam. Pur. Anspruchsvoll. Tolle Landschaften und Natur. Herausfordernde Touren und MTB Trails.
Den ersten Tag verbringen wir im Bikepark Hafjell. Zusammen mit den anderen fliegen wir mit einem riesigen Grinsen durch die Anlieger. Die Trails sind professionell präpariert, bieten für jeden Fahrer etwas – egal, ob man es eher flowig mit vielen Kurven mag oder doch eher ruppig, mit steilen Fels- und Wurzelpassagen. In die Pro-Line mit meterlangen Doubles und hohen Drops können wir uns leider nicht mehr hineinstürzen, da Hans eine Burger-Pause vorschlägt, der wir einfach nicht widerstehen können. Es war nicht die Angst vor den Sprüngen – falls irgendwer sowas behaupten sollte.

Felsen gehören zum allgemeinen Erscheinungsbild im Norden

Biken, Angeln, Lagerfeuer

Weiter ging es an die Küste. Wir wollen an die Fjorde, tagsüber biken, abends angeln und am Lagerfeuer sitzen. Gesagt, getan und schon sitzen wir im Auto Richtung Andalsnes, wo wir zum herrlichen Bergsee auf den Litlefjellet gestiegen sind. Der Weg ist ein reiner Wanderweg, der stellenweise bereits an einen leichten Klettersteig erinnert. Nachdem wir den Aufstieg mit den Bikes auf dem Rücken bezwungen haben, waren wir erst mal geflasht von der Aussicht: Im Tal ein wunderschöner Fjord, umgeben von hohen Bergen, teilweise noch schneebedeckt.
Sofort sind wir auf unseren Bikes. Die Sonne scheint und ich lege die dicke Daunenjacke beiseite. Über Felsplatten rollen wir zu einem kleinen See. Dieser Platz ist einfach wunderbar. Ein Moment zum genießen. Den Wanderweg, den wir kurz zuvor hochgeklettert waren, wir jetzt zur Bikestreke. Eine technische Herausforderung – zu verblockt, zu felsig der Trail – eindeutig Terrain, das sich besser zum Wandern als zum Biken eignet. Das wird sich aber im Laufe der nächsten Tage noch ändern!

Zum Abschluss des Tages fahren wir an den Fjord hinunter und versuchen uns im Angeln. Während Vic und ich leider nicht besonders erfolgreich sind, eventuell aufgrund mangelnder Ausdauer, fischen Marius, Hans und Nils sechs Makrelen und zwei Seelachse, die wir zum Abendessen stilecht über dem Lagerfeuer grillen, während wir auf der anderen Seite des Fjords schwache Polarlichter erahnen.

Geweih am Rucksack, heißt das dann Elchtest mit dem Bike?

Mountainbike im Nirgendwo

In den kommenden Tagen entdecken wir weitere tolle Trails und Touren, die wir auf www.trailguide.net finden. So gelangten wir über Drammen im südlichen Nirgendwo nach Geilo und Kristiansand. Granitplatten prägen die Ausflüge; mal trocken und griffig, mal feucht und ziemlich rutschig. Oft verläuft der Trail natürlicherweise über diese Felsen, die, gesäumt von Heidelbeer- und Preiselbeersträuchern, zum Snacken und Genießen einladen. Unser absolutes Highlight ist die Tour bei Dombas, einem weiteren kleinen Ort mitten im Nirgendwo, von Nationalparks umgeben. Hans schlägt eine Tour in den Bergen vor, die mit etwa 800 Höhenmetern als technisch moderat gilt.

Der Anstieg ist beschwerlich, aber das gehört zu einer Biketour. Vor uns im Tal liegt ein See, beleuchtet von der Sonne, die just in diesem Moment zwischen den Wolken hervorblitzt. Der Trail schlängelt sich kurvig am Bergkamm entlang Richtung Tal. Die ersten Tiefenmeter winden sich durch schöne Kurven, die wir schnell und dynamisch nehmen können. Einer der Jungs schreit vor Begeisterung laut auf, während wir den Flow genießen. Nach einer Weile wird es anspruchsvoller und es folgen enge Passagen, die sich mit felsigen Stufen und ruppigen Steinfeldern abwechseln. Jetzt darf die Konzentration nicht nachlassen, was bei einer solchen Landschaft gar nicht so einfach ist. Unsere kurzen Fotopausen sind daher ganz gut, um neue Kraft zu sammeln und weiter fokussiert ins Tal abzufahren. 800 vertikale Meter liegen hinter uns! Die Wahl von Hans hat sich als Highlight unseres Bike-Abenteuers in Norwegen erwiesen – die perfekte Tour abseits der bekannten Routen und ein Schaufenster in die extreme, unwirkliche und anspruchsvolle Landschaft Norwegens.

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Fisch: Lebensgrundlage im norwegischen Outback

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Feuerholz zu finden ist nicht immer einfach in der teils kargen Landschaft

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Grandios. Das Panorama ist in der klaren Luft ungleich intensiv

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