Das Salzkammergut neben der Trophy

Text Anna Weiß Bild Andreas Meyer
Reise

In der Sommerfrische
Österreich - Salzburg - Salzkammergut

Wir ersparen dir die Story mit Hallstadt und den Chinesen. Auch über die Trophy wurde schon genug geschrieben. Stattdessen servieren wir dir kleine Leckerbisschen aus dem Salzkammergut. Gerade genügend, um dir nach einem verlängerten Wochenende satt und zufrieden vorzunehmen, möglichst bald wiederzukommen.

Die CC-Trainingsstrecke macht auch Trailfahrern viel Spaß.

Tag 1, 10.15 Uhr
CC-Training in der Bike Arena Obertraun. Seit 2014 beherbergt das Bundessport- und Freizeitzentrum am südöstlichen Ufer des Hallstätter Sees auch Österreichs einzige Cross Country Anlage auf Weltcup-Niveau. Selbst für unseren Fahrtechnik-Experten hat es der Rockgarden in sich. Wir reihen uns ein in die lange Liste der Profis (unter anderem Lisi Osl und Alban Lakata), die dieses Zentrum für richtig, richtig gut befunden haben. Absoluter Tipp – vor allem, weil 2015 noch ein genialer Pumptrack dazukam!

Tag 1, 13.00 Uhr
Herbert Ellmer ist zuallererst ein Original. Und außerdem seit 30 Jahren Bäcker. Auch 2016 kann man ihm dienstags im Freilichtmuseum Anzenaumühle wieder dabei über die Schulter schauen, wie er in der ca. 450 Jahre alten Mühle seine Brötchen bäckt. „Sauerteig aufrühren ist ein bisschen, wie sich um ein Tamagochi zu kümmern“, meint er, „das muss man auch immer füttern.“ Wer ihm zuhört, lernt eine Menge über das richtige Holz, um den Ofen zu befeuern, die Essigmuadan und den Schuss. Früher vereinte die Mühle fünf Gewerbe auf sich: Sägerei, Müllerei, Bäckerei, Gipsstand und Landwirtschaft. Von denen berichtet Paul Rainer, der wortkarge ehemals letzte Bewohner der Anzenaumühle, in einer spannenden Führung. Achtung: Um spätestens 14:00 Uhr muss man sich in die Schlange vor der Backstube einreihen, sonst sind die Brote und Semmeln ruckzuck weg! (Wie das duftet! Da werden Kindheitserinnerungen wahr!)

Tag 1, 16.55 Uhr
In Ebensee haben wir eben noch die letzte Seilbahn zum 1.592 Meter hohen Feuerkogel erwischt. Normalerweise würden wir uns jetzt die steilste Downhillstrecke Europas hinunterstürzen, die ihren Spitznamen „50 Grad Downhill“ nicht von ungefähr hat. Aber uns fehlen die passenden fahrenden Untersätze und es ist uns nach einem langen Tag mehr nach gemütlichem Gipfelausklang. Der Hochsitz am Europakreuz beschert einen 360°-Panoramaausblick über Dachstein, Höllengebirge und Seengebiet. Der Sundowner im Windschatten großer Kalkfelsen, der Nightride zurück nach Ebensee – unbezahlbar.

Tag 2, 5.00 Uhr
Pünktlich finden wir uns am Bootsverleih des Strandbades Obertraun ein. Der Herr mit dem klangvollen Namen Immervoll erwartet uns schon. Auf die wohl stilvollste Weise chauffiert er uns in der Morgendämmerung in seiner Plätte an die gegenüberliegende Seeseite. Frühmorgens ist Hallstatt noch wunderbar still. Wir lassen die Bikes stehen und wandern ein paar Meter den Soleweg hinauf – und werden mit wundervollen Blicken über Hallstatt und den nebelverhangenen Hallstätter See bis zum Hohen Sarstein (1.975 Meter) und Krippenstein (2.108 Meter) belohnt: das Sehnsuchtsbild gestresster Performer. In Reinform.

Ein wunderschöner Start in den Tag ist so eine Bootsfahrt und romantisch obendrein.

Tag 2, 8.30 Uhr
Bevor wir nach Bad Goisern zurückfahren, treten wir auf den Spuren der Dachstein-Runde noch einige Höhenmeter durch das wilde Echerntal zur Waldbachstrub, einem beeindruckenden Wasserfall mit romantischer Brücke und ordentlich Selfie-Potenzial (das wussten auch schon die Impressionisten).Bei der Abfahrt lassen wir an der Dürrenbachbrücke die Bikes liegen und klettern einige Höhenmeter hinunter in den Hallstätter Gletschergarten, ein Relikt der letzten Eiszeit, und bestaunen die uralten Gletschertöpfe: Wasser allüberall im Salzkammergut.

Tag 2, 11.30 Uhr
Auf dem Bad Goiserner Wochenmarkt (immer donnerstags, Marktplatz Bad Goisern) decken wir uns für unser späteres Vorhaben noch mit frischem Obst, rahmiger Butter und duftendem Brot ein.

Tag 2, 14.00 Uhr
Einen Steinwurf vom Marktplatz entfernt liegt ein wahres Schmuckkästchen und die allererste Adresse für sämtliche Mitbringsel. Das Hand.Werk.Haus präsentiert 21 HandwerkerInnen, die ihr kulturelles Erbe als Teil der eigenen Gegenwart und der Zukunft verstehen. Wer jemals in Ulli Salveters Dirndlwerkstatt zu Gast war, wird einen Teufel tun und sich noch mal ein Billigdirndl zulegen! Stattdessen sparen und ungeduldig warten, bis die Schneidermeisterin, die privat so viel mehr auf Rock, Schwarz und Leder steht, ein neues Unikat vollendet hat. Ein Optiker, der Brillengestelle aus Hirschhorn fertigt, ein Hutmacher, ein Lebzelter und ein Harmonikabauer sind nur einige Weitere. Die Ausstellung der Handwerksbetriebe sollte man unbedingt ergänzen durch ein Gespräch mit Frau Barbara Kern, die das Hand.Werk.Haus mitgegründet hat und irrsinnig viel über das Handwerk und seine Geschichte in der Region zu erzählen weiß. Ein Kaffeee im Innenhof, am besten im Juli und August zum Meistersommer, und Mitbringsel aus dem Handwerks-Geschäft runden den Besuch perfekt ab.

Tag 2, 19.00 Uhr
Wir folgen der Empfehlung eines kulinarisch gebildeten Locals und begeben uns zwischen Vordersandling-Alm und Blaa-Alm auf die Suche nach einem Gewächs, das wohl nur in seiner Wildform so intensiv schmecken kann. Auf den feuchten Wiesen des Pitzingmoos wächst das Kräutlein zuhauf: wilder Schnittlauch. Das knusprige Brot wird ausgepackt, die rahmige Butter dick aufgestrichen und die schmalen Stängel werden einfach daraufgepackt. Besser kann eine Biketour nicht abschließen.

Tag 3, 08.30 Uhr
Das Frühstück mit der spektakulären Aussicht haben wir uns redlich verdient und so garniert der einmalige Blick zum Dachstein-Gletscher unser Frühstück. Die Hütteneck-Alm auf 1.240 Metern ist ein Biker-Hotspot und von Bad Goisern easy zu erreichen. Hier bekommt man ganz sicher die besten (informellen) Tipps zu Touren und Trails in der Umgebung. Nicht zuletzt, weil die Organisatoren der „Trophy“ mitsamt hochkarätigem Biker-Nachwuchs sich dort ebenfalls für die Abfahrt stärken. Überhaupt ist dieser friedliche Fleck Erde wie gemacht für den Ausklang eines Kurztrips ins Salzkammergut, die ehemalige Sommerfrische Franz Josephs I.

Wissen

Schon 3.000 v.Chr. wurden im Salzkammergut, u.a. von Illyrern, salzhaltige Quellen versiedet und so Salz gewonnen.

Der 50 Grad Downhill am Feuerkogel hat schon eine österreichische Staatsmeisterin im DH hervorgebracht: Lokalmatadorin Elke Rabeder vom Team Mauna Loa DH Pro Racing.
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Highlights

Das Mega-Event Salzkammergut Trophy findet 09.07.2016 statt. Es geht auf sieben verschieden langen Distanzen durch die UNESCO Welterbe-Region, Juniortrophy, Ö3-Disco, Einrad-Downhill uvm.
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Den Apèro am Strandbad Obertraun genießen. Schöner kann man den Tag nicht beschließen. Dort kann man sich auch für die Plättenfahrt am nächsten Morgen anmelden.
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Unterkunft

Narzissenhotel**** Sole-Bad & Vitalresort, Bad Aussee
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Alpenparks Hagan Lodge, Altausee
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Landhotel Agathawirt***, Bad Goisern
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