Test: Marin Wolf Ridge MTB 2017

Getestet von Matthias Baumgartner
Produkttest | Bike | Trail-Enduro

Test: Marin Wolf Ridge MTB 2017
Doch nochmal das Rad neu erfunden?

Zum alljährlichen Sea Otter Bike Festival in Monterey, Kalifornien, hat Marin so richtig auf den Putz gehauen mit der Vorstellung seines neuen Enduro-Geschosses. Insgesamt fünf Jahre Entwicklungszeit verschlang das „Wolf Ridge“. Der aus Carbon gefertigte Rahmen mit 160 Millimetern Federweg verfügt über eine völlig neu angesetzte Hinterbau-Technologie. Die sogenannte Naild R3ACT – 2 Play Suspension Technology sieht nicht nur spannend aus, sondern soll auch eine revolutionäre Kinematik bieten. Hinter der Technologie verbirgt sich kein Geringerer als Darrell Voss, ein alter Bekannter aus der Bike-Industrie, der zuletzt für SR Suntour tätig war. Man möchte damit ein Fully-Bike schaffen, das sich so effizient wie nur möglich bergauf fahren lässt und dennoch maximale Performance bergab bietet. Quasi eine eierlegende Wollmichsau, die eine große Bandbreite an verschiedenen Fahrern begeistern soll. Die Besonderheit des Twenty-Niner-Bikes ist, dass sich der Hinterbau über dem Tretlager auf einem großdimensionierten Slider mit etwa 45 Millimetern Hub bewegt. Dadurch sollen die Antriebseinflüsse vollkommen eliminiert werden und das Fahrwerk sensibel ansprechen. Außerdem soll es den Griff zum Plattformhebel des Federbeins bergauf überflüssig machen. Die Geometriedaten mit einem Lenkwinkel von 66,5 Grad und einem Sitzwinkel von 73,5 Grad bewegen sich im Trail-/Enduro-Bike Bereich. Die Kettenstrebe misst 435 Millimeter. In Serie wird es drei verschiedene Ausstattungsvarianten geben: das Wolf Ridge Pro, 9 und 8. Die Preise dafür sind noch nicht im Detail fixiert. Unser Test-Rad entspricht noch keinem endgültigen Serienrad, da es noch aus der Prototypenlinie stammt.

Marke Marin
Modell Wolf Ridge
Modelljahr 2017
Website www.marinbikes.com/de/

Der Nordketten-Singletrail sowie weitere Strecken rund um Innsbruck bietet uns ein perfektes Testrevier. Mit dem vom Hersteller empfohlenen SAG Setup von 25% stimmen wir das Federbein ab und dann heißt es erstmal bergauf treten. Der flachere Sitzwinkel lässt uns zwar etwas hecklastiger, aber in einer angenehm-sportlich aufrechten Position im Sattel Platz nehmen. Vortriebsorientiert und mit einer Menge Traktion schrauben wir uns über Singletrail-artige Wege von Kurve zu Kurve nach oben. Der Hinterbau bleibt dabei sehr ruhig und ein Wippen bleibt aus. Dank der größeren 29-Zöller bringen uns auch so manche wurzel- und steindurchsetzten Passagen nicht aus der Ruhe und wir rollen darüber hinweg. Im Wiegetritt lässt sich dem Wolf Ridge ein leichtes Schaukeln des Hinterbaues entlocken. Das Vorderrad bleibt bergan gut auf dem Boden, die Sram Eagle 12-fach Schaltgruppe mit einem 34er-Kettenblatt sorgt für die nötige Untersetzung. Oben angekommen freuen wir uns auf die lange Abfahrt. Kurzerhand versenken wir über den Lenker-Remote den Sattel, für maximale Downhill-Performance. Bergab entfaltet das Marin sein volles Können. Die großen Sprünge steckt das Fahrwerk mühelos weg, die harten Schläge über Fels und Wurzeln bringen es nicht aus der Ruhe. Der Federweg von 160 Millimetern wird dabei gut genutzt; eine nötige Endprogression verhindert jedoch Durchschläge bei harten Landungen. Extrem satt liegt das Bike auf der Strecke, selbst in sehr schnellen Passagen wird es in keinster Weise nervös und schenkt dem Fahrer viel Vertrauen. Der mit 35 Millimetern kurze Vorbau sorgt für eine direkte und präzise Lenkbewegung. Für die Größe seiner Laufräder lässt sich das Bike agil durch engere Kurve manövrieren; dennoch lassen sich die großen Laufräder nicht vertuschen. Der Gripp der WTB-Reifen konnte uns nicht vollends überzeugen, für mehr Trailspaß würde eine griffigere Kombination sorgen.

Marin schlägt mit dem Wolf Ridge ganz neue Wege in der Hinterbau-Technologie ein, mit Erfolg. Von Beginn an fühlten wir uns sehr wohl auf dem Bike; bergauf wie bergab liefert es eine klasse Performance ab. Das Fahrwerk übernimmt einen super Job und bietet keinerlei Anlass zur Kritik. Lediglich griffigere Reifen würden dem Bike noch gut stehen.

Ausstattung

Test: Marin Wolf Ridge MTB 2017
Marke Marin ... ... ...
Modell Wolf Ridge ... ... ...
Preis [Euro] - ... ... ...
Vertriebsweg - ... ... ...
Laufradgröße ["] 29 ... ... ...
Gewicht [kg] 14,05 ... ... ...
Gewicht Vorderrad [kg] - ... ... ...
Gewicht Hinterrad [kg] - ... ... ...
Rahmenmaterial Carbon ... ... ...
Garantie Rahmen [Jahre] - ... ... ...
Federbein Fox Float X2 Factory ... ... ...
Gabel RockShox Lyrik RCT3 ... ... ...
Steuersatz - ... ... ...
Vorbau - ... ... ...
Lenker - ... ... ...
Sattelstütze - ... ... ...
Sattel - ... ... ...
Kurbel - ... ... ...
Schalthebel - ... ... ...
Schaltwerk - ... ... ...
Umwerfer - ... ... ...
Kassette - ... ... ...
Kette - ... ... ...
Bremsen, Scheibengröße [mm] - ... ... ...
Laufradsatz Stanss NoTubes ZTR Flow ... ... ...
Reifen ["] WTB Vigilante / Breakout, 29 x 2,3 ... ... ...
Gänge, Übersetzung - ... ... ...
Übersetzungsbandbreite [%] - ... ... ...
Entfaltung leichtester Gang [m]** - ... ... ...
Entfaltung schwerster Gang [m]** - ... ... ...
Geschwindigkeit leichtester Gang [km/h]** - ... ... ...
Geschwindigkeit schwerster Gang [km/h]** - ... ... ...

Geometrie

Test: Marin Wolf Ridge MTB 2017
Verfügbare Rahmengrößen - ... ... ...
Geometrie bei Rahmengröße - ... ... ...
Reach [mm] - ... ... ...
Stack [mm] - ... ... ...
Sitzrohrlänge [mm] - ... ... ...
Oberrohrlänge [mm] - ... ... ...
Steuerrohrlänge [mm] - ... ... ...
Lenkwinkel [°] - ... ... ...
Sitzwinkel [°] - ... ... ...
Radstand [mm] - ... ... ...
Hinterbaulänge [mm] - ... ... ...
Tretlagerniveau zur Radachse [mm] - ... ... ...
Vorbaulänge [mm] - ... ... ...
Lenkerbreite [mm] - ... ... ...
Sattelstützendurchmesser [mm] - ... ... ...
Federweg v/h [mm] 160/160 ... ... ...

* Herstellerangabe
** Die Berechnung der Entfaltung erfolgt mit einem Standardreifen. Die Berechnung der Geschwindigkeit im leichtesten Gang erfolgt mit einer angenommenen Trittfrequenz von 40 U/min. Die Berechnung der Geschwindigkeit im schwersten Gang erfolgt mit einer angenommenen Trittfrequenz von 80 U/min.

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