Test: KTM Myroon 29 Sonic 12

Getestet von Lucas
Produkttest | Bike | CrossCountry-Race

Test: KTM Myroon 29 Sonic 12
Nicht blau, sondern orange – und dennoch verdammt schnell

Wie lang ist es her, dass ich „Sonic“ auf der SEGA Spielekonsole gespielt habe! Genau an dieses Spiel habe ich gedacht, als ich den Zusatz beim KTM Myroon gelesen habe. Für alle, die die Sonic Videospiele nicht kennen: Sonic the Hedgehog war das Pendant zu Super Mario. Nur, dass die Spielfigur, ein Igel, halt blau und schnell war. Ok, für KTM ist blau natürlich keine Option. Vielmehr setzen die Österreicher stringent auf eine cleane Optik im klassischen und bekannten Orange. Deshalb ist das österreichische Sonic auch orange und nicht blau – dafür aber auf den ersten Blick genauso schnell wie der blaue Igel. Was wir auf jeden Fall schon vor unserer Testfahrt sagen konnten, war, dass es leicht ist. Mit lediglich 8,2 kg (Herstellerangabe) kann es definitiv bei den marktführenden Modellen im XC Bereich mitspielen. Fast alles hat sich bei dem Racebike aus Österreich gegenüber dem Topmodell aus dem letzten Jahr geändert. Was geblieben ist, ist der Vorname Myroon. Das war es dann aber auch. Der Rahmen wurde auf Diät gesetzt und hat, durch einen ausgeklügelten Mix der Carbon Fasern, gegenüber dem Vorgängermodell ganze 15 Prozent abgenommen. Das Resultat ist eine Basis aus Carbon, die gerade mal 1.090 g wiegt. Auch die Ausstattung ist weitgehend verändert. Dort, wo letztes Jahr noch eine RockShox RS1 war, nimmt 2017 eine Fox 32 SC ihren Platz ein. Sie besticht durch ihr extrem leichtes Gewicht von 1.374 g und ihre ausgezeichnete Performance. 2017 kommt nicht mehr die Sram XX1 zum Einsatz, sondern die brandaktuelle XX1 Eagle Zwölffachschaltung. Sie erreicht endlich die magischen 500 Prozent Übersetzungsbandbreite und somit nahezu die gleiche wie eine 2×11-Schaltung. Wenn wir uns das Myroon Sonic so anschauen, könnte man denken, dass den Machern bei KTM das Aluminium ausgegangen ist, denn wirklich alle Komponenten, die es nur ansatzweise in Carbon gibt, sind am Myroon vertreten. So wurde auch der Aluminium-Laufradsatz aus dem letzten Jahr gegen den DT Swiss XRC 1200 Carbon Satz getauscht.

Marke KTM
Modell Myroon 29 Sonic 12
Preis 6999 €
Website www.ktm-bikes.at

Das letzte Mal, dass wir auf dem Myroon saßen, ist nun schon wieder drei Jahre her. Damals schon war es extrem leicht und hochwertig ausgestattet. Bereits beim ersten Beschleunigen merkt man das geringe Gewicht. Hinzu kommt, dass das Bike auf Schwalbe Thunder Bird Reifen steht und auch der Widerstand der Reifen auf ein Minimum reduziert wird. Am Berg nimmt der in der Ebene aufgenommene Schwung ab, doch dank des 50 Zähne großen Ritzels an der Kassette könnte man selbst mit einem leichten Race-Hardtail recht locker den Berg hoch treten. Könnte man, muss man, bzw. will man aber eigentlich gar nicht, und das Myroon zwingt einen fast schon zu Höchstleistungen. Zur Sram XX1 Eagle können wir sagen, dass wir den Serienstart der Gruppe schon herbeigesehnt haben. Der Gangwechsel gelingt ähnlich geschmeidig wie bei ihrem Elffachvorgänger, doch dank der großen Übersetzungsbandbreite bei nur einem Antriebsritzel könnte sie wirklich schaffen, was Sram voraussagt: Nämlich den Tod des vorderen Umwerfers. Damit gehört nun auch das Überdrehen der Trittfrequenz auf z. B. abschüssigen Schotterpassagen der Vergangenheit an. Wer hier Tempo machen will, kann die Fox Gabel einfach am Lenkerremote blockieren. Auf dem Trail verhält sich das KTM wie ein typisches XC-Racebike: es ist schnell und wendig, wobei ein wirkliches Sicherheitsgefühl aufgrund der für trockene Bedingungen vorgesehenen Schwalbe Thunder Bird Reifen nur in begrenztem Maße aufkommt. Bei optimalen, sprich, staubtrockenen Bedingungen erinnert mich das Myroon tatsächlich an das Videospiel meiner Kindheit – und es ist einfach schneller als Super Mario. Auf einer 800 Höhenmeter langen und anspruchsvollen Abfahrt hat mich nur das Klappern der innenverlegten Züge im Rahmen gestört, was man sicher durch Tricks bei der Montage abstellen kann. Zudem würde ich das Gewicht noch durch ein paar dickere und komfortablere Griffe nach oben schrauben.

Es ist verdammt leicht und verdammt schnell. Das KTM Myroon 29 Sonic 12 ist kompromisslos auf Rennstrecke getrimmt. Die Reserven bei der Fahrsicherheit bzw. beim Komfort sind mit der Ausstattung gering, doch welcher XC-Racer braucht dies schon?

Ausstattung

Test: KTM Myroon 29 Sonic 12
Marke KTM ... ... ...
Modell Myroon 29 Sonic 12 ... ... ...
Preis [Euro] 6999 ... ... ...
Vertriebsweg - ... ... ...
Laufradgröße ["] - ... ... ...
Gewicht [kg] 8200 ... ... ...
Gewicht Vorderrad [kg] - ... ... ...
Gewicht Hinterrad [kg] - ... ... ...
Rahmenmaterial - ... ... ...
Garantie Rahmen [Jahre] - ... ... ...
Federbein - ... ... ...
Gabel Fox Factory Float 32 SC ... ... ...
Steuersatz - ... ... ...
Vorbau - ... ... ...
Lenker - ... ... ...
Sattelstütze - ... ... ...
Sattel - ... ... ...
Kurbel - ... ... ...
Schalthebel - ... ... ...
Schaltwerk Sram XX1 Eagle ... ... ...
Umwerfer - ... ... ...
Kassette - ... ... ...
Kette - ... ... ...
Bremsen, Scheibengröße [mm] Shimano XTR ... ... ...
Laufradsatz DT Swiss XMC 1200 Spline Carbon ... ... ...
Reifen ["] - ... ... ...
Gänge, Übersetzung - ... ... ...
Übersetzungsbandbreite [%] - ... ... ...
Entfaltung leichtester Gang [m]** - ... ... ...
Entfaltung schwerster Gang [m]** - ... ... ...
Geschwindigkeit leichtester Gang [km/h]** - ... ... ...
Geschwindigkeit schwerster Gang [km/h]** - ... ... ...

Geometrie

Test: KTM Myroon 29 Sonic 12
Verfügbare Rahmengrößen - ... ... ...
Geometrie bei Rahmengröße - ... ... ...
Reach [mm] - ... ... ...
Stack [mm] - ... ... ...
Sitzrohrlänge [mm] - ... ... ...
Oberrohrlänge [mm] - ... ... ...
Steuerrohrlänge [mm] - ... ... ...
Lenkwinkel [°] - ... ... ...
Sitzwinkel [°] - ... ... ...
Radstand [mm] - ... ... ...
Hinterbaulänge [mm] - ... ... ...
Tretlagerniveau zur Radachse [mm] - ... ... ...
Vorbaulänge [mm] - ... ... ...
Lenkerbreite [mm] - ... ... ...
Sattelstützendurchmesser [mm] - ... ... ...
Federweg v/h [mm] - ... ... ...

* Herstellerangabe
** Die Berechnung der Entfaltung erfolgt mit einem Standardreifen. Die Berechnung der Geschwindigkeit im leichtesten Gang erfolgt mit einer angenommenen Trittfrequenz von 40 U/min. Die Berechnung der Geschwindigkeit im schwersten Gang erfolgt mit einer angenommenen Trittfrequenz von 80 U/min.