Test: Specialized S-Works Epic

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Test: Specialized S-Works Epic
Ultramodern – ultrateuer

Ich musste erstmal tief Luft holen, als ich für das S-Works Epic den Preis recherchierte. Stolze 10.999 Euro ruft Specialized für seinen High-End-Race-Boliden auf, bei dem aber auch „High-End“ die einzig richtige Beschreibung ist. Als einziger im Test und überhaupt als einer der wenigen Hersteller verbaut Specialized die vor zwei Jahren präsentierte elektronische XTR Di2 Schaltung. Durch die 2×11 Gänge sichert man sich einen großen Übersetzungsbereich, was im Marathon- und Langstreckenbereich durchaus sinnvoll ist. Und dank Synchro-Shift-Funktion können die 22 Gänge mit nur einem Schalthebel durchgeschalten werden und man hat immer den richtigen eingelegt. Das bedeutet Platz am Cockpit und bis auf den einen Shifter, ein kleines Display und die Hebel der XTR Race Bremse bleibt dieses auch frei von weiteren Fernbedienungen. Dafür ist das eigene Brain Federungssystem mitverantwortlich. Ein in der Sensibilität und somit individuell einstellbares Trägheitsventil steuert die Druckstufendämpfung am Fox Factory Federbein bzw. der RockShox RS-1 Federgabel und sorgt, je nach Untergrund, für ein aktives und sensibles oder passives und straffes Fahrwerk. Der Fahrer kann sich dadurch voll und ganz auf seine Arbeit konzentrieren – nämlich, schnell zu fahren. Ein cooles Feature ist Specializeds SWAT Technologie, die eigentlich jeder Biker braucht und auch andere Firmen sich als Vorbild nehmen sollten. SWAT bedeutet nichts anderes, als dass man alle nötigen Sachen wie Tool, Pumpe bzw. CO2 Kartusche, Schlauch usw. clever an bestimmten und passenden Plätzen unterbringt und man sie im Ernstfall immer griffbereit hat. Als einer der wenigen Hersteller bringt Specialized in seinem Carbon-Rahmen zwei Flaschenhalter unter, was bei längeren Etappen eine Durststrecke verhindert. Und anders als bei allen anderen Herstellern verbaut man eine Sattelstütze mit dem schlanken Maß von 27,2 Millimetern. Wer auf eine Variostütze umrüsten will, hat nur wenige Modelle zur Auswahl.

Marke Specialized
Modell S-Works Epic
Preis 10999 €
Website www.specialized.com

Bei Specialized ist alles anders. Es fängt schon bei der Vorbereitung für den Tag X an. Während Inbusschlüssel und Kettennieter seinen Platz am Bike haben, wird der Rest der Ausstattung in den Kofferraum gepackt. Weiter geht es bei der Dämpferabstimmung. Das Feature, nämlich den Luftdruck am Federbein per Autosag-Ventil abstimmen zu können, ist zwar nicht unbedingt nötig, doch können weniger erfahrene Biker schnell und einfach ein Grundsetup finden. Der nächste Schritt ist etwas zeitintensiver und bedarf mehrerer Probefahrten. Gabel und Federbein sind mit der Brain-Technologie ausgestattet. Einfach gesagt passt sich die Plattformdämpfung dem Untergrund an. Wann bzw. bei welcher Schlagintensität dieses Ventil öffnet, kann man an einem Drehrädchen bzw. Hebel in mehreren Positionen individuell einstellen. Es war für uns nicht das erste Mal, dass wir mit einem Specialized mit Brain-System unterwegs waren, und aus Erfahrung haben wir die geschlossene und somit straffste Einstellung gewählt. Auf Asphalt fährt sich das Epic wie ein Hardtail, das Bike ist sehr stabil und trotzt kräftigen Antritten. Im Gelände ist dann das automatische „Umschalten“ des Brain-Systems deutlich zu spüren und vor allem bei kleinen Hindernissen wie z. B. auf Schotterstraßen ist das Fahrverhalten weniger komfortabel als bei der Konkurrenz. Auch im gröberen Gelände muss der Biker erst einen Schlag überwinden, bevor man das ganze Potential zur Verfügung hat. Und das Potential des Fahrwerks bzw. generell des ganzen Bikes ist hoch. Das Fahrwerk ist, passend für diese Kategorie, sportlich, straff und auf Effektivität ausgelegt. Das stabile Bike lässt sich zielgenau durch den Trail steuern und besitzt ausgewogene Fahreigenschaften. Ein weiterer Punkt der in diesem Testfeld einmalig ist, ist die XTR Di2: Eine große Übersetzungsbandbreite die sich mit nur einem leichtgängigen Schalthebel bedienen lässt. Selbst Biker, die nicht unbedingt auf Elektronik am Bike stehen, werden von der Funktion begeistert sein.

Specialized macht mit dem S-Works Epic nahezu alles anders als die Konkurrenz. Es gibt nützliche Features, ein Fahrwerk, das sich selbst einstellt, und eine elektronische XTR Di2. Alles bringt seine Eigenheiten mit sich, doch wer damit umgehen kann, bekommt eines der besten, aber auch teuersten Race-Bikes.

Ausstattung

Test: Specialized S-Works Epic
Marke Specialized ... ... ...
Modell S-Works Epic ... ... ...
Preis [Euro] 10999 ... ... ...
Vertriebsweg - ... ... ...
Laufradgröße ["] - ... ... ...
Gewicht [kg] 10800 ... ... ...
Gewicht Vorderrad [kg] - ... ... ...
Gewicht Hinterrad [kg] - ... ... ...
Rahmenmaterial - ... ... ...
Garantie Rahmen [Jahre] - ... ... ...
Federbein Fox Factory/Specialized Remote Mini Brain ... ... ...
Gabel RockShox RS-1 Brain ... ... ...
Steuersatz FSA ... ... ...
Vorbau Syntace F109, 100 ... ... ...
Lenker Specialized FACT carbon, 720 ... ... ...
Sattelstütze S-Works FACT carbon, 27,2 ... ... ...
Sattel Body Geometry S-Works Phenom ... ... ...
Kurbel Shimano XTR ... ... ...
Schalthebel Shimano XTR Di2 ... ... ...
Schaltwerk Shimano XTR Di2 ... ... ...
Umwerfer Shimano XTR Di2 ... ... ...
Kassette Shimano XTR ... ... ...
Kette - ... ... ...
Bremsen, Scheibengröße [mm] Shimano XTR, 160 / 160 ... ... ...
Laufradsatz Roval Control SL ... ... ...
Reifen ["] - ... ... ...
Gänge, Übersetzung - ... ... ...
Übersetzungsbandbreite [%] - ... ... ...
Entfaltung leichtester Gang [m]** 1,52 ... ... ...
Entfaltung schwerster Gang [m]** 7,65 ... ... ...
Geschwindigkeit leichtester Gang [km/h]** 3,6 ... ... ...
Geschwindigkeit schwerster Gang [km/h]** 36,7 ... ... ...

Geometrie

Test: Specialized S-Works Epic
Verfügbare Rahmengrößen S, M, L, XL ... ... ...
Geometrie bei Rahmengröße L ... ... ...
Reach [mm] 441 ... ... ...
Stack [mm] 615 ... ... ...
Sitzrohrlänge [mm] 470 ... ... ...
Oberrohrlänge [mm] 620 ... ... ...
Steuerrohrlänge [mm] 120 ... ... ...
Lenkwinkel [°] 70,5 ... ... ...
Sitzwinkel [°] 74 ... ... ...
Radstand [mm] 1140 ... ... ...
Hinterbaulänge [mm] 448 ... ... ...
Tretlagerniveau zur Radachse [mm] -40 ... ... ...
Vorbaulänge [mm] - ... ... ...
Lenkerbreite [mm] - ... ... ...
Sattelstützendurchmesser [mm] - ... ... ...
Federweg v/h [mm] - ... ... ...

* Herstellerangabe
** Die Berechnung der Entfaltung erfolgt mit einem Standardreifen. Die Berechnung der Geschwindigkeit im leichtesten Gang erfolgt mit einer angenommenen Trittfrequenz von 40 U/min. Die Berechnung der Geschwindigkeit im schwersten Gang erfolgt mit einer angenommenen Trittfrequenz von 80 U/min.