Test: Orange Four Factory

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Test: Orange Four Factory
„Warum haben wir das nicht schon früher gemacht?“

Diese Frage haben sich die Mitarbeiter von Orange während des Entwicklungsprozesses des neuen Trailbikes Four gefragt. Die Antwort liefern sie gleich selbst mit: Einer der Hauptgründe ist die Federungstechnologie, die nun so gut ist, dass ein kurzes, antriebsneutrales Heck mit nur einem Schwingendrehpunkt realisierbar ist, und das nicht nur auf der fiktiven Wunschliste. Das Four soll also möglichst energiesparend und effektiv im Uphill sein und genauso viel Spaß in der Abfahrt machen wie auch die anderen Bikes der Engländer. Dafür hat man sich laut eigenen Aussagen mächtig ins Zeug gelegt und alle möglichen Punkte beleuchtet, an denen man Gewicht sparen und Stabilität verbessern kann. So wird zum Beispiel ein dünneres Aluminiumblech verwendet, man hat Ausfallenden, Tretlagergehäuse und Steuerrohr überarbeitet. Wer Orange kennt, weiß um die Einfachheit von deren Rahmen. Ein Schwingenlager, keine verschliffenen Schweißnähte, keine hydrogeformten Rohre und neue Standards nur dort, wo sie in ihren Augen Sinn machen. So kommt das Four zum Beispiel mit klassischem BSA Innenlagergehäuse, aber mit breitem Boost-Standard am Hinterrad für ein stabileres Heck. Das Gesamtgewicht ist zwar immer noch die Summe aus allen Bauteilen, aber in Anbetracht, dass es sich beim Four um einen Alu-Rahmen handelt, liegt man mit 12,75 Kilo im absolut konkurrenzfähigen Bereich und schlägt sogar manchen Mitstreiter aus Carbon. Der Factory Ausstattungskit ist das Maximum, was man bei Orange bekommen kann, und mit Fox Factory Federelementen, Race Face Carbonkurbel und -lenker und Hope Naben mit Easton Arc Felgen bleibt kaum noch Spielraum für Wünsche. Einzig der GX Schalthebel will nicht so recht ins Bild passen.

CX/Race
Tour-AllMountain
Trail-Enduro
Gravity/Freeride
Marke Orange
Modell Four Factory
Preis 6500 €
Website www.orangebikes.co.uk

Orange ist der Meinung, dass die Federungstechnologie nun so gut ist, dass ein kurzes, antriebsneutrales Heck mit nur einem Schwingendrehpunkt realisierbar ist, und da stimmen wir absolut zu. Das Four liefert den Beweis dafür und andere Bikes mit mehr Gelenken sind in unseren Augen nicht mehr oder weniger effektiv oder antriebsneutral. Das wiederum hat natürlich nichts oder nur bedingt etwas mit anderen Eigenschaften zu tun, denn nach einigen Testfahrten mit leichten und zum Teil knallharten Carbonboliden fühlt sich das Four merklich nachgiebiger an. Es ist eine deutliche Verwindung im Antritt, aber auch in der Abfahrt in Anliegern oder schnellen Richtungswechseln zu spüren. Hier kann man sicher mit Pro und Contra argumentieren. Man könnte das Fahrgefühl als angenehm und fehlerverzeihend beschreiben, aber ebenso gut als wenig präzise und schwammig. Fakt ist jedoch, dass das Four seine Stärken in der Abfahrt ausspielt. Im Uphill tritt man trotz des angegebenen 74 Grad steilen Sitzwinkels und des komplett nach vorne geschobenen Sattels mehr von hinten und muss sich weit mit dem Oberkörper nach vorne neigen. Sobald es das Gelände aber zulässt, dass man in den Pedalen steht, heißt es: Laufen lassen und draufhalten, denn dank der Kombination aus griffigen Maxxis Reifen, den Fox Federelementen, die für das Trailbike sehr gut abgestimmt sind, und einer modernen und langen Geometrie sammelt das Bike verlorene Körner wieder auf. Was gefällt, ist die Ergonomie am Cockpit und der GX Shifter funktioniert ähnlich gut wie seine teureren Schwestermodelle.

Orange baut schon immer Rahmen mit einem Gelenk. Nun ist die Zeit reif und es gibt aus England auch ein effektives und recht leichtes Trailbike. Das Four gewinnt aber definitiv keine Bergpreise und seine Stärken liegen klar in der Abfahrt.

Ausstattung

Test: Orange Four Factory
Marke Orange ... ... ...
Modell Four Factory ... ... ...
Preis [Euro] 6500 ... ... ...
Vertriebsweg - ... ... ...
Laufradgröße ["] - ... ... ...
Gewicht [kg] 12750 ... ... ...
Gewicht Vorderrad [kg] - ... ... ...
Gewicht Hinterrad [kg] - ... ... ...
Rahmenmaterial - ... ... ...
Garantie Rahmen [Jahre] - ... ... ...
Federbein Fox Factory Float ... ... ...
Gabel Fox 34 Factory ... ... ...
Steuersatz Hope ... ... ...
Vorbau Race Face Atlas, 60 ... ... ...
Lenker Race Face SixC, 800 ... ... ...
Sattelstütze Rock Shox Reverb Stealth, 30,9 ... ... ...
Sattel SDG Bel-Air 2.0 ... ... ...
Kurbel Race Face SixC ... ... ...
Schalthebel Sram GX1 ... ... ...
Schaltwerk Sram X01 ... ... ...
Umwerfer - ... ... ...
Kassette Sram X01 ... ... ...
Kette - ... ... ...
Bremsen, Scheibengröße [mm] Sram Guide RS, 200/180 ... ... ...
Laufradsatz Naben: Hope Pro 4, Felgen: Easton Arc 27 ... ... ...
Reifen ["] - ... ... ...
Gänge, Übersetzung - ... ... ...
Übersetzungsbandbreite [%] - ... ... ...
Entfaltung leichtester Gang [m]** 1,58 ... ... ...
Entfaltung schwerster Gang [m]** 6,65 ... ... ...
Geschwindigkeit leichtester Gang [km/h]** 3,8 ... ... ...
Geschwindigkeit schwerster Gang [km/h]** 31,9 ... ... ...

Geometrie

Test: Orange Four Factory
Verfügbare Rahmengrößen S, M, L, XL ... ... ...
Geometrie bei Rahmengröße L ... ... ...
Reach [mm] 458 ... ... ...
Stack [mm] 598 ... ... ...
Sitzrohrlänge [mm] 450 ... ... ...
Oberrohrlänge [mm] 630 ... ... ...
Steuerrohrlänge [mm] 110 ... ... ...
Lenkwinkel [°] 67 ... ... ...
Sitzwinkel [°] 74 ... ... ...
Radstand [mm] 1173 ... ... ...
Hinterbaulänge [mm] 424 ... ... ...
Tretlagerniveau zur Radachse [mm] -25 ... ... ...
Vorbaulänge [mm] - ... ... ...
Lenkerbreite [mm] - ... ... ...
Sattelstützendurchmesser [mm] - ... ... ...
Federweg v/h [mm] - ... ... ...

* Herstellerangabe
** Die Berechnung der Entfaltung erfolgt mit einem Standardreifen. Die Berechnung der Geschwindigkeit im leichtesten Gang erfolgt mit einer angenommenen Trittfrequenz von 40 U/min. Die Berechnung der Geschwindigkeit im schwersten Gang erfolgt mit einer angenommenen Trittfrequenz von 80 U/min.